Wer bei einer Versicherung einen Schaden meldet, muss im Normalfall auch gleich Ersatz beschaffen. Wird etwa das Fahrrad geklaut, ist der Bestohlene nicht nur ein Fall für die Versicherung, sondern gleichzeitig auch ein potentieller Kunde für alle Fahrradhändler. Dieser vergleichsweise einfache Grundgedanke bildet die Basis des Geschäftsmodells von Optiopay. Auf den ersten Blick scheint das Berliner Fintech-Startup für eine Geldvermehrung zu sorgen. Denn wenn eine Versicherung mit Optiopay kooperiert, kann der Kunde im Schadensfall zwischen einer Barzahlung und einem Gutschein wählen. Der Clou: Der Gutscheinwert liegt stets höher als die klassische Zahlung der Versicherung. Die Kunden haben also beispielsweise die Wahl zwischen einer Überweisung in Höhe von 100 Euro oder einem 120-Euro-Gutschein.


Bargeld
Foto: Michael Kammler

Der Umsatz hat bereits die Millionengrenze überschritten

Im Endeffekt sollen von dieser Lösung alle profitieren: Der Versicherte kann den Schaden besser ersetzen, Optiopay und die Versicherung teilen sich die Provision für die Vermittlung des Gutscheins und der Online-Shop erhält einen neuen Kunden. Doch wie viele Unternehmen nutzen den Service des Startups überhaupt? Dazu gibt es bisher noch keine konkreten Angaben. Immerhin haben die beiden Gründer Oliver Oster und Marcus Börner gegenüber dem Branchenportal Gruenderszene verraten, dass der Umsatz im vergangenen Jahr bei 2,4 Millionen Euro lag. Das ist allerdings nur die halbe Wahrheit. Denn darin dürften auch durchlaufende Posten enthalten sein. So erhält das Startup zwar viel Geld von den Versicherungen, muss ein Großteil davon aber gleich wieder für Gutscheine ausgeben. Aber auch so sind die Umsatzzahlen des Fintechs durchaus beeindruckend.

Die Einnahmen beruhen auf drei Säulen

Zumal das Wachstum in diesem Jahr erneut im dreistelligen Prozentbereich liegen soll. Bleibt die Frage zu klären, ob mit der scheinbaren Geldvermehrung auch tatsächlich ein Gewinn erzielt werden kann. Grundsätzlich setzt Optiopay auf drei Einnahmesäulen: Zum einen die bereits erwähnte Provision für die Gutscheine. Zudem müssen die Firmen eine Einrichtungsgebühr für die Installation des Systems und anschließend eine monatliche Gebühr für die Nutzung bezahlen. Bisher allerdings liegen die Einnahmen noch deutlich unterhalb der Ausgaben: Alleine in den ersten fünf Monaten dieses Jahres wurde ein Verlust im siebenstelligen Bereich verbucht. Die Gründer betonen aber, dass dies vor allem mit den hohen Entwicklungskosten zusammenhängt. Theoretisch – so ihre Aussage – könnte das Startup auch heute schon profitabel arbeiten.


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