Der Strombedarf steigt rasant, vor allem getrieben durch KI-Rechenzentren. In den USA gewinnt deshalb die Kernenergie wieder an Bedeutung, denn Präsident Trump setzt auf klar auf Uran statt auf Sonne und Wind. Atomstrom ist als Grundlast rund und die Uhr verlässlich verfügbar – wenn denn die Kraftwerke erst einmal stehen. Allerdings kosten die großen konventionellen Anlagen im Bau nicht nur sehr viel Zeit, sondern auch enorme Summen Geld. Darum richten sich die Hoffnungen jenseits des Atlantiks nun auf die deutlich kleineren, flexiblen Mikroreaktoren. Sie gelten als günstiger, schneller zu errichten und sogar als sicherer. Die Vision: für jedes Rechenzentrum und jede Gemeinde ein eigener kompakter Reaktor. Doch erst einmal ist offensichtlich das Militär am Zug. So stellt Antares seinen Mikroreaktor bildlich dar / Bild: Antares Die sich selbst tragende Kettenreaktion hat funktioniert Das US-Energieministerium treibt die Entwicklung funktionsfähiger kleiner Kernreaktoren mit dem Reactor Pilot Program (RPP) seit Mai 2025 voran. Bis zum 4. Juli 2026 sollen mindestens drei Mikroreaktoren den sogenannten kritischen Zustand erreichen, also zeigen, dass sie eine Kettenreaktion ohne weitere Energiezufuhr erzeugen können. Ein erster Prototyp ist jetzt schon so weit. Es handelt sich um den Antares Mark-0, der im Idaho national Laboratory (INL) unter Aufsicht des Ministeriums getestet wurde. Die sich selbst tragende Kettenreaktion hat funktioniert: Dieser Modus ist der eigentliche Standardbetrieb und bildet die Voraussetzung für die spätere stabile Stromerzeugung. Nur zwölf Monate vom Konzept zum kritischen Zustand Das entwickelnde Unternehmen besteht erst seit 2023 und hat gerade einmal zwölf Monate vom Konzept bis zum kritischen Zustand gebraucht. Dafür flossen 140 Millionen US-Dollar in das Projekt – und ganz viel öffentliches Vertrauen, aufgrund der engen Zusammenarbeit mit der NASA und der US-Armee. Im Gegensatz zu viele anderen Teilnehmern der Initiative will Antares seine Technologie zuerst für militärische Anwendungen einsetzen. Der Mark-0 dient dabei rein als Demonstrator, um Funktion und Sicherheit zu testen. Auf ihn folgt jetzt der Mark-1 mit erster Stromproduktion voraussichtlich im Jahr 2027. Sicherheitsentscheidend bei Antares ist der Brennstoff TRISO (Tri-Structural Isotropic). Dabei handelt es sich um einen modernen, in winzige Kapseln eingeschlossenen Kernbrennstoff, der bisher nur in experimentellen Anlagen sowie im chinesischen Kugelhaufenreaktor HTR-PM Verwendung findet. Jedes einzelne Partikel ist von mehreren schützenden Hüllen umschlossen, die Spaltprodukte auch bei extremer Hitze zurückhalten. Die gefürchtete Kernschmelze soll dadurch unmöglich sein. Quelle: futurezone.at Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende. Facebook Facebook Twitter Twitter WhatsApp WhatsApp Email E-Mail Newsletter