Japan verfügt über keine eigenen Vorkommen an fossilen Energieträgern. Lange Zeit setzte der Inselstaat daher massiv auf Atomkraft. Seit der Kernschmelze in Fukushima arbeitet das Land allerdings an einer Art Energiewende und versucht, die Erneuerbaren Energien zu fördern. So werden beispielsweise alte Golfplätze inzwischen mit Solarpanels bestückt. Die Windkraft hat es in dem Land allerdings schwer. Zwar wurde vor der Küste Fukushimas inzwischen das größte schwimmende Windrad der Welt in Betrieb genommen, klassische Windkraftanlagen haben aber mit einem Problem zu kämpfen: Bei den in Japan regelmäßig auftretenden Taifunen werden sie oft massiv beschädigt. Der Ingenieur Atsushi Shimizu hat nun allerdings eine Lösung entwickelt, die die Kraft eines Taifuns nicht nur überstehen, sondern auch noch nutzbar machen soll.


Die Kräfte eines Taifuns könnten erstmals sinnvoll genutzt werden

Das Potential einer solchen Technik ist erheblich. Denn theoretisch entspricht die Kraft eines Taifuns in etwa der Hälfte der weltweiten jährlichen Kapazitäten zur Stromproduktion. Oder noch beeindruckender ausgedrückt: Ein einziger Taifun könnte ausreichen, um Japan die nächsten fünfzig Jahre mit Energie zu versorgen. Damit die Turbine bei solchen Kräften nicht zerbricht, musste allerdings das Design komplett überarbeitet werden. Die Challenergy verabschiedet sich daher von der klassischen Windmühlen-Version und erinnert stattdessen eher an einen Schneebesen. Bei ersten Tests konnte auf diese Weise ein Effizienzgrad von knapp dreißig Prozent erreicht werden.


Bei Olympia 2020 soll die Windkraft eine Rolle spielen

Dies sind rund zehn Prozent weniger als bei der klassischen Bauweise – dafür können aber auch die enormen Kräfte sehr starker Winde problemlos eingefangen werden. Um die Vorteile der Erfindung allerdings auch in der Praxis unter Beweis stellen zu können, müssen die Entwickler aktuell noch auf einen echten Taifun warten. Erfahrungsgemäß dürfte ein solcher in Japan aber nicht allzu lange auf sich warten lassen. Für die Zukunft hat Atsushi Shimizu dann schon große Pläne für seine neue Windturbine. So soll diese unter anderem im Jahr 2020 vor dem Olympiastadion und dem Tokyo Tower platziert werden. Sein Ziel: Japan soll eine Supermacht in Sachen Windkraft werden.

Via: CNN

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